Die ganze Welt der Investments

fondsweb.de - Fidelity Asian Special Situations Fund: Asiatisches Wachstumspotenzial nutzen - das sollten Anleger wissen 27.09.19 Meldung

(boerse-online) - Der Fidelity Asian Special Situations Fund kann eine sehenswerte Langzeitbilanz vorweisen. 2018 musste er indes mit Verlusten kämpfen, die aber weitgehend wieder aufgeholt sind. Und die Perspektiven sind günstig. Von Ronny Kohl, Finanzjournalist

Die fernöstlichen Anlagemärkte sind bei westlichen Anlegern ein wenig aus dem Fokus geraten. Teils wegen der Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA, deren Ausgang höchst ungewiss ist, teils wegen der Suche vieler Anleger nach Sicherheit, die eher in europäischen oder amerikanischen Titeln vermutet wird. Demgegenüber präsentiert sich beispielsweise der Fidelity Asian Special Situations Fund (wieder) in vorzeigbarer Verfassung. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat er in Euro gerechnet 16,3 Prozent zugelegt und liegt damit über seinem langjährigen Schnitt von 14,1 Prozent p.a. seit Auflegung im Februar 2009. Die annualisierte Volatilität der vergangenen drei Jahre befindet sich wiederum mit 12,13 Prozent im moderaten Bereich. Deshalb ist der Fonds im SRRI Risiko-Ertrags-Profil auf einer Skala von 1-7 in der Kategorie 5 eingeordnet, was noch für mittlere Wertschwankungen steht.
Nach Schwächephase wieder in der Spur
Im vergangenen Jahr ist der Fonds hingegen weniger gut gelaufen und beendete das schwankungsreiche Jahr mit einem Ergebnis von minus 10,4 Prozent. Diesen Rückschlag konnte Fondsmanager Suranjan Mukherjee, der den Fonds seit mehr als sieben Jahre betreut, mit seiner Stockpicking-Strategie allerdings inzwischen größtenteils wieder aufholen. Konkret stützt sich Mukherjee bei der Aktienauswahl auf Fundamentalanalysen nach dem Bottom-Up-Prinzip. Er favorisiert Titel, "die ausgehend von einer günstigen Ertragsentwicklung niedrig bewertet sind" - weil der Markt entweder die langfristigen Wachstumsaussichten oder den Effekt einer konjunkturellen Erholung (noch) nicht voll gewürdigt hat. Er sucht nach Unternehmen, die hinsichtlich Technologie, Größe oder Kostenstruktur eine weltweit führende Stellung einnehmen, nach Firmen, die von langfristigen Themen profitieren, oder auch nach Titeln, die sich in Turnaround-Situationen befinden. Unterstützung findet der Fondsmanager in den "starken Research-Analystenteams von Fidelity vor Ort", die ihm helfen, Anlagemöglichkeiten in allen Ländern und Branchen aufzuspüren. Größere Wetten auf Makrothemen oder auf Sektorebene gehe er hingegen nicht ein. Daraus ergeben sich Einzelfavoriten wie Tencent, Taiwan Semiconductor, Alibaba, Samsung Electronics oder auch die Power Grid Corp. of India, die zurzeit im Fonds mit am stärksten gewichtet sind. Und obwohl er keine Branchenselektion vornimmt, hat Mukherjee doch eine gewisse Schwäche für Finanzunternehmen und Unternehmen aus dem Bereich IT-Technologie, die er derzeit am stärksten übergewichtet hat. "Gründe für die Übergewichtung der Finanzindustrie ist die Tatsache, dass die Durchdringung von Finanzdienstleistungen in Asien sehr schnell wächst", erklärt er. So haben laut Global Findex Report rund eine Milliarde erwachsene Asiaten noch keine Bankverbindung, weshalb er hier "enormes Wachstumspotenzial" sieht. Demgegenüber hat der Fondsmanager chinesische Banken untergewichtet, weil für ihn der chinesische Firmenkundensektor, "der 70 Prozent der Gewinne des Bankensektors erbringt, unter Asset-Qualitätsrisiken leidet, da die Verschuldung chinesischer Unternehmen hoch ist", begründet er. Er fürchtet einerseits die Risiken der Unternehmenskreditgeschäfte, die ohne angemessene Kapital- und Wertberichtigungsrückstellungen finanziert wurden und andererseits die Gefahr einer Margenverringerung, "da die Preismacht der Banken aufgrund der Zinsliberalisierung und der Entwicklung von Direktfinanzierungen und Nichtbankenfinanzinstituten abgeschwächt wird".
Handelskrieg bestimmt die Parameter
Was den gesamtwirtschaftlichen Ausblick für die asiatische Region angeht, behält Mukherjee natürlich vor allem die Entwicklung im US-China-Handelskrieg im Auge. Einerseits, weil dieser großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Märkte habe und für erhöhte Volatilität an den Börsen sorgen könne. Andererseits hegt er die Hoffnung, dass beide Länder letztlich doch recht besonnen mit dem Thema umgehen werden. Für ihn heißt das, drei Faktoren besonders im Fokus zu behalten: die Fundamentaldaten der Unternehmen, die Stimmung unter den Investoren und nicht zuletzt die Aktienbewertungen. Hinsichtlich dieser Faktoren konstatiert er, dass sich die asiatischen Fundamentaldaten aufgrund von Gewinnkorrekturen in den letzten zwölf Monaten abgeschwächt hätten. Dementsprechend würden internationale Investoren asiatische Aktien im Vergleich zu den entwickelten Märkten nach wie vor in geringerem Maße berücksichtigen. Das deutet darauf hin, dass die Stimmung der Anleger für Asien weiterhin getrübt ist. Hinsichtlich der Aktienbewertungen allerdings würden asiatische Titel mittlerweile wieder attraktiver aussehen als diejenigen der westlichen Märkte, was ihn alles in allem zu dem Schluss bringt, "dass das allgemeine Risiko-Rendite-Profil Asiens im Vergleich zu den entwickelten Märkten weiterhin positiv ist". Sein Fazit lautet daher, dass eine große Wahrscheinlichkeit bestehe, "dass sich die asiatischen Märkte mittel- bis langfristig besser entwickeln als die westlichen Märkte". Bleibt die Frage, für welche Anleger der Fonds gedacht ist. "Der Fidelity Asian Special Situations Fund ist Teil des Kernangebots von Fidelity auf dem asiatischen Markt und daher für alle Anleger geeignet, die ein Engagement in dieser Region mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont und unter Beachtung des Risikomanagements suchen", bemerkt Mukherjee hierzu. Er biete Zugang zu einer Region, "die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Aussichten ein hohes Wachstumspotenzial hat".
Technische Daten
Der Fidelity Asian Special Situations Fund (ISIN: LU0413542167) wurde am 23.02.2009 aufgelegt und verwaltet ein Vermögen in Höhe von 2,87 Milliarden Euro (per 31.08.2019). Der Note-1-Fonds wird mit einem maximalen Ausgabeaufschlag von 5,25 Prozent angeboten, die laufenden jährlichen Kosten liegen bei 1,93 Prozent, ein Erfolgshonorar wird nicht erhoben. Die anfallenden ordentlichen Erträge des Fonds werden nicht ausgeschüttet, sondern regelmäßig wiederangelegt (thesauriert). Die langfristige Wertentwicklung des Fidelity Asian Special Situations Fund seit Auflegung.

Quelle:
fondsweb.de